Spirulina – Sauerstoff produzierende Bakterienart

Spirulina – Sauerstoff produzierende Bakterienart

Spirulina (platensis) ist keine Pflanze, sondern eine Sauerstoff produzierende Bakterienart (Cyanobakterium), die in natürlicher Form ausschließlich in salzhaltigen subtropischen Gewässern vorkommt und zur ältesten bekannten Lebensform unseres Planeten zählt. Demzufolge kann Spirulina weder im Garten angepflanzt noch in einem Teich angebaut werden. Dennoch möchten wir nicht versäumen, unsere Leser über diesen einzigartigen Organismus aufzuklären, den Wissenschaftler für die potentielle Wunderwaffe beim Kampf gegen Krebs halten. Lebensmittelforscher sind sogar der Überzeugung, dass Spirulina in ferner Zukunft die Ernährung der ständig wachsenden Weltbevölkerung absichern würde.

Spirulina-Organismen gelten als Vorstufe der Pflanzen, weil sie zur Photosynthese in der Lage sind. Die dabei entstehende grünlich-blaue Farbe des Clorophylls verschaffte ihr den Namen Blaualge oder Mikroalge. Tatsächlich ist das Bakterium multireproduktionsfähig, wobei sich die einzelnen Zellen miteinander verketten und in kürzester Zeit algenähnliche Fäden bilden, die allerdings nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Mit bloßem Auge ist Spirulina lediglich als trüber Farbteppich wahrzunehmen. Diese Biomasse wird von einigen afrikanischen Stämmen (in Ermangelung anderer Quellen) auch heute noch als Nahrungsmittel verwendet – sie backen grünes Fladenbrot daraus. Die Pseudoalgen werden inzwischen immer häufiger angebaut, der Algenschlamm wird abgeschöpft, getrocknet und in Pulver- oder Spirulina Tabletten als vitaminreiches, eiweißhaltiges Nahrungsergänzungsmittel in den Handel gebracht. Hierzulande findet sich die nährstoffreiche Zutat in Bio-Lebensmitteln (z.B. Nudeln) sowie als hochwertiges Streckmittel in Hunde- und Katzenfutter.

Weil die Forscher nach wie vor daran glauben, dass der Bakterienschlamm irgendwann die Welt retten wird (schließlich hat er sie vor Jahrmillionen auch geschaffen), und die Konzerne ihre Milliardengewinne nur ungern teilen, gibt es Spirulina-Zucht-Stränge momentan nur direkt in den Forschungsinstituten für viel Geld zu kaufen. Der Anbau in alkalihaltigen Salzwasserbecken ist ganz einfach. Um einen Eimer voll proteinhaltigem, grünem Vitaminschlamm zu erhalten, benötigt man allerdings ein ziemlich großes Becken und Spezialfilter. Zierfische und Wasserpflanzen sind tabu, sodass die private Spirulina-Zuchtanlage nicht einmal als dekoratives Aquarium dienen könnte.